Stadtnachricht

Integration kennt keinen Lockdown – Das neue AEF-Team startet digital ins neue Jahr


Neues Jahr mit neuen Gesichtern: Beim Besuch von Hornbergs Bürgermeister Siegfried Scheffold und Pressevertreterinnen beim AEF-Standort in Hornberg am letzten Donnerstag (04.02.2021) stellt die AEF ihren neuen Standortkoordinator David Piesk und dessen Ziele für das kommende Jahr vor. Die Antwort auf den derzeitigen Lockdown lautet: Digitalisierung des gesamten Bildungs- und Beratungsangebots.David Piesk, Leiter der AEF

„Ich freue mich sehr auf die spannenden und ambitionierten Ziele, die wir uns als AEF für dieses Jahr gesetzt haben“. Zuletzt als Studienleiter in der politischen Bildung in Bonn aktiv, bringt Piesk als neuer Standortkoordinator den Wunsch mit nach Hornberg, künftig vermehrt die Integration von Migrantinnen im ländlichen Raum zu fördern. „Die AEF ist eine von bundesweit 4 Zentralstellen, die die sog. „MiA-Kurse“ des BAMF („Migrantinnen einfach stark im Alltag“) an lokale Träger vermittelt und diese bei der Kursorganisation und –abwicklung unterstützt. Eine Kooperation mit der Gemeinde Haslach ist bereits in Planung“.

Erfreut zeigte er sich auch über die geglückte Online-Umstellung der Integrationskurse: „Wir haben quasi über Nacht zwei Integrationskurse digitalisiert, die nun seit drei Wochen laufen und ein dritter Kurs ist bereits in Planung.“ Neben eigener Lehrtätigkeit in den Integrationskursen unterstützt Piesk auch die neue Koordinatorin der Integrationskurse, Petra Vennemann, bei der Verwaltung der Kurse: „Natürlich ist das für uns und vor allem für unsere Teilnehmer eine technische Herausforderung, welche den Präsenzunterricht nicht 1zu1 ersetzen kann, aber wir beschreiten hier nicht nur angesichts der Pandemie einen zukunftsweisenden Weg“, bemerkte Vennemann zufrieden.

Während der Team-Präsentation, wo neben Bürgermeister Scheffold auch der AEF-Geschäftsführer Jose Gayarre und der Koordinator des AEF-Standortes Rhein/Sieg, Salvatore Mancuso, mit dabei waren, wurde ein aktuell laufender Integrationskurs zugeschaltet, wobei die Lehrkräfte und Kursteilnehmer kurz ihre Eindrücke vom Online-Unterricht wiedergaben. Trotz positiver Rückmeldungen der Teilnehmer über den Online-Unterricht wurde die Hoffnung geäußert, sich bald wieder „in echt“ begegnen zu können.

Darüber hinaus übernimmt Piesk die Einsatzkoordination innerhalb des ehrenamtlichen Dolmetscherpools Mittleres Kinzigtal, der im Oktober letzten Jahres um eine 5. Gemeinde, Zell am Harmersbach, erweitert wurde. Hierbei stimmt sich die AEF eng mit dem DRK Kreisverband Wolfach ab, der für die Dolmetscher-Fortbildungen zuständig ist. Die Anfragen zum Jahresbeginn sind bereits zahlreich und auch Bürgermeister Scheffold unterstrich die Bedeutung des Dolmetscherpools für die Region. Günter Waidele vom DRK Kreisverband Wolfach, der für den Dolmetscherpool die
Fortbildungen organisiert, ist ebenfalls optimistisch, dass die Erweiterung den spürbaren Bedarf an Sprachmittlung für Migrantinnen und Migranten aus der Region decken wird: „Ich freue mich, dass es jetzt weitergeht und wir mit dem Dolmetscherpool weiterhin einen Beitrag zur Integrationsarbeit in der Region leisten können.“

Besonders erfreute Bürgermeister Scheffold das Vorhaben der AEF, künftig Migrantinnen durch die Vermittlung der niederschwelligen MiA-Kursen gezielt zu fördern. Er betonte außerdem die Rolle der AEF bei der Vermittlung und Beratung von ausländischen Fachkräften: „Im Bereich des Tourismus, insbesondere in der Gastronomie, erwarte ich für die Zeit nach dem Lockdown in der Region einen stark wachsenden Fachkräftebedarf, der durch Fachkräfte aus Südeuropa angesichts der dort leider zu erwartenden Arbeitslosigkeit gedeckt werden könnte.“

AEF-Geschäftsführer Jose Gayarre betonte den wichtigen Informationsaustausch mit dem Hornberger Rathaus: „Als AEF sind wir bereits in Gesprächen zu möglichen Kooperationsprojekten mit Organisationen aus Spanien und anderen EU-Ländern, um für den genannten Fall durch Beratungs- und Bildungsangebote eine Brückenfunktion einzunehmen.“

Für die professionelle Eingliederung von ausländischen Fachkräften in Betriebe steht die AEF im Rahmen des Projektes „IQ Baden-Württemberg - Interkulturelle Öffnung AEF Schwarzwald“ weiterhin als kompetenter Ansprechpartner den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in der gesamten Region zur Verfügung.

Für das Jahr sind mehrere, zum Teil auch „digitale“ Informationsveranstaltungen geplant, um die KMU aus der Region zum Thema interkulturelle Öffnung zu beraten und wo es besonders um die Herausforderungen bei der Eingliederung und Förderung von ausländischen Fachkräften in den Betrieb gehen wird.

Die AEF freut sich über die zahlreichen Anfragen der KMU, den gegenseitigen Austausch und ist natürlich offen für neue interessierte Partner aus der Wirtschaft.

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