Stadtmuseum Hornberg

Die Ausstellung im Stadtmuseum besteht aus drei Bereichen: Geschichte, Brauchtum und Handwerk.

Der Eingangsbereich

In der Glasvitrine auf der linken Seite sehen wir die Reichenbacher Trachten mit dem weltberühmten Bollenhut, wie sie auch im benachbarten Gutach und Kirnbach zu besonderen festlichen Anlässen heute noch immer mit berechtigtem Stolz getragen werden. Der Landsknecht in der Ecke, die hölzerne Kanone und die Schautafel an der rechten Wand verweisen auf des vielzitierte "Hornberger Schießen", das in jedem Jahr mehrfach auf der Erwin-Leisinger-Freilichtbühne im Storenwald aufgeführt wird.

Die Bilder an der Wand sind Werke des Malers Wilhelm Wurzel, der einige Jahre in Hornberg gelebt und gewirkt hat. Die beiden Glasvitrinen gehören zum benachbarten Wilhelm-Hausenstein-Gedächtnisraum. Sie beinhalten diverse Memorabilien aus dem Leben Hausensteins und einen Teil seines literarischen Werkes.

Der Geschichtsraum

In ihm finden wir die Darstellung der Geschichte Hornbergs und seiner Umgebung. Schalensteine, Menhire und Werkzeuge geben Kunde von der Besiedlung des Schwarzwaldes schon in neolithischer Zeit (um etwa 3500 vor Chr.). Auf zahlreichen Schautafeln ist die Geschichte unserer Raumschaft zusammengestellt. Vergessen wir nicht, auch einen Blick auf die zahlreichen Scherbenfunde aus verschiedenen Epochen zu werfen und auf die mineralischen Funde aus der Zeit des Bergbaus in unserer Heimat. Schließlich sei noch auf die aufschlußreiche Dokumentation aufmerksam gemacht, in der die zahlreichen Schwarzwaldhöfe der Gemarkung Hornberg mit ihrer zum Teil fas 500jährigen Geschichte nachgewiesen sind.

Die Holzschnitzkunst

Sie stellte von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg einen bedeutenden Erwerbszweig Hornbergs dar. Das einst blühende Gewerbe war um 1850 von den Brüdern Hindenlang mit Schweizer Holzschnitzern eingeführt worden. Bald waren es bis zu 45 Meister und 65 Gesellen, die hier Arbeit und Brot fanden. Einen wichtigen Produktionszweig bildete damals die Herstellung von Kuckucksuhren. Mit Walter Kühn starb 1996 der letzte Holzbildhauermeister. Die Einrichtung des "Raumes der Holzschnitzer" gibt beredt Zeugnis von deren künstlerischem Empfinden und handwerklichem Können.


Das Hornberger Steingutgeschirr

Besonders stolz sind wir Hornberger auf die reichhaltige und wertvolle Sammlung alten Steingutgeschirrs, das ausschließlich aus der Produktion der früheren Steingutfabrik (heute DURAVIT AG) in der Zeit von 1817 bis 1912 stammt. Sehr anschaulich lassen sich die verschiedenen Herstellungstechniken und Produktionsphasen von "Steingut weiß" über den Blau- zum Schwarzdruck verfolgen. Alle Exponate sind von mannigfaltigem Dekor und werden deshalb auch Bildergeschirr genannt.

Der Hausenstein-Gedenkraum

Mit bewundernswertem Einfühlungsvermögen hat Reneé-Marie Parry Hausenstein, die in Amerika lebende Tochter des in Hornberg geborenen Wilhelm Hausenstein, zusammen mit ihrem Mann Kenneth das Arbeitszimmer ihres 1957 verstorbenen Vaters von Florida/USA in den Schwarzwald überführen lassen und originalgetreu eingerichtet. Dieser Raum atmet spürbar den Geist des Mannes, der als Schriftsteller und Diplomat - er war der erste deutsche Botschafter in Paris nach dem zweiten Weltkrieg - ein reiches literarisches Lebenswerk hinterlassen hat, der mit höchsten Auszeichnungen geehrt wurde und der als Ehrenbürger seiner Heimatstadt hier eine bleibende Erinnerungsstätte gefunden hat.

Bäuerliches Brauchtum und Leben

Die in der Stadt Hornberg und in ihren Ortschaften Niederwasser und Reichenbach getragenen Trachten finden wir im Eingangsbereich des Museums, vor allem aber in der Heimatstube. Alle dort gezeigten Exponate sind echte "Originale": der Kachelofen, die Möbel, das Spinnrad, der Tischwebstuhl, die Kleider und die Wäsche, die Trachten, ihr Zubehör und alle die vielen anderen Einzelstücke.

Das Kellergeschoß

Versäumen Sie nicht, im Kellergeschoß der Schnapsbrennerei und den zahlreichen land- und forstwirtschaftlichen Geräten einen Besuch abzustatten, auch dem Küchengeschirr, der Flachsbreche, der Obst- und Beerenverwertung und der Imkerei früherer Zeiten. Es sind Zeugnisse bäuerlichen Lebens und Arbeitens von damals.

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Homepage des Hornberger Stadtmuseums

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